Bezirksklasse

Vierte holt wichtige Punkte bei SchaFo III

Bericht von Anne Lukas:

Am fünften Spieltag ging es für uns nach Darmstadt. Und zwar zur nominell stärkeren der beiden Darmstädter Teams in der Bezirksliga. Auch wenn die Darmstädter an dem ein oder anderen Brett etwas stärker schienen, waren wir motiviert weitere Punkte im Abstiegskampf zu sammeln. Wenn man uns kennt, weiß man, dass wir richtig gut Eröffnungen können und immer gut in unsere Partien kommen *husthust*. Naja so ganz so schlimm sah es tatsächlich nicht aus, weshalb wir nicht schon von Anfang an unter Druck standen. Nach meiner kurzen Tiefschlafphase (laut Mai Linh hätte ich die zumindest gut gebrauchen können) stellte ich dann noch verwunderte fest, dass Tobi scheinbar sogar am Freitag im Training aufgepasst hat – kann also nichts mehr schiefgehen, oder? Neeeee. Die ersten Punkte (bzw. halben Punkte) gab es erstaunlicherweise an den Brettern an denen die Darmstädter nominell leicht stärker waren. Den Beginn machte Yvonne an Brett 1, die in ein, für sie wohl leicht besseres, Endspiel abgewickelt hatte, allerdings war in der Stellung auch nicht mehr sooo viel los – das Remisangebot also voll in Ordnung. Oder doch nicht? Die kurzzeitige Verwirrung war dem Lachanfall ihres Gegners geschuldet, dem durchaus bewusst war, dass er rund 200 DWZ mehr hatte. Im Nachhinein stellte sich allerdings heraus, dass es kein Auslachen war, sondern nur pure Verzweiflung, weil er wohl keine andere Wahl hatte als es anzunehmen. Gösta (Brett 6 mit schwarz) verbrauchte in der Eröffnung sehr viel Zeit (bei Alex Tampe weiß man da ja auch nie so genau, ob das noch Theorie ist, wenn ein Bauer „hängt“) entschied sich dann aber schließlich gegen den Bauern – ich vermute eine gute Entscheidung. Den Bauern kann man zwar wohl nehmen, aber Weiß erhält auf jeden Fall gute Kompensation. Laut Alex die einzige Eröffnung, die er kennt. Naja den Bauern (bzw. einen anderen) gewann Gösta dann halt später. Leider war das letztliche Turm-Damen-Endspiel nicht ganz so einfach, weshalb sich Gösta lieber für das sicherere Remis entschied. Die erste Niederlage mussten wir leider kurze Zeit später hinnehmen. Calvin opferte eine Leichtfigur um den in der Mitte verbliebenen gegnerischen König unter Beschuss zu nehmen. Leider konnte sein Gegner die Angriffe gut parieren und Angriffsfiguren tauschen, weshalb am Ende nur eine Minusfigur blieb. Wer hat mitgezählt? Richtig, es steht 1-2. Kopf in den Sand stecken? Nein! Denn zu diesem Zeitpunkt standen zumindest Tobi und Paddy schon sehr gut und von den anderen zumindest niemand schlechter…Volker (Neitzert) schien das ganze wohl etwas anders einzuschätzen, jedenfalls gab er seine Partie gegen Daniel, obwohl auch er der nominell stärkere war, kurze Zeit später Remis. 1,5-2,5. Bei den vier verbliebenen Partien hing es jetzt wohl an Mai Linh und mir wie der Mannschaftskampf nun ausgehen wird. Tobi und Paddy steuerten nämlich die zu erwartenden zwei Punkte für den Führungstreffer bei. Während Tobis Gegner ihn nicht nur zu einer Riesenkrake einlud (wer nicht weiß was das ist, sollte zu Maxi ins Training 😉 ), sondern auch im weiteren Partieverlauf nicht allzu viel Gegenwehr leistete, hatte ich bei Paddys Partie etwas mehr Bedenken. Wie man es von ihm gewohnt ist, hieß es mal wieder „alle Mann zum Königsangriff“ und das Bedingungslos. Also kann er entweder Profit aus seinem Angriff schlagen oder er geht wohl selber recht bald matt. Ein Matt fand er leider nicht (ob es eins gab wird die Analyse zeigen) aber am Ende entschied ein durchlaufender Bauer die Partie zu unseren Gunsten. 3,5-2,5. Soooo spielen wir jetzt beide Remis oder verliert doch noch jemand und der andere muss dann auf Sieg spielen? Da ich nach dem 40. Zug wieder bei über zwei Stunden Bedenkzeit war und Mai Linh mit recht wenig Zeit auf den 40. zu ging, entschied ich mich letztendlich dazu erstmal abzuwarten was dort passiert. Mai Linhs Gegner versuchte es mit einem Angriff auf den h7 (bei kurzer Rochade von Schwarz), ließ dabei seine eigene Grundreihe ziemlich im Stich und so manch eine Figur alleine in der Gegend rumstehen. So ganz verstanden, was er auf h7 will, habe ich dabei allerdings nicht, weil (selbst wenn man den deckenden Sf6 verscheucht) „nur“ ein Bauerngewinn droht, da der schwarze Monarch ganz entspannt weglaufen konnte. Weiß spielte dennoch voll auf Angriff: g4! Der Springer muss ja weg… Dabei ließ er aber völlig außer Acht, dass der Mai Linh mindestens eine Qualle gewinnen konnte, da der weiße Tb5 doch etwas zu sehr auf Abwegen und nur noch von einem Springer gedeckt war. Nach TxS hing also der gegnerische Turm. Weiß entschied sich jedoch sogar dagegen zumindest Mai Linhs Turm mitzunehmen und so „nur“ eine Qualle zu verlieren und machte mit seinem Angriff weiter: g5! Mai Linhs Turm verschwand mit einem kleinen Schach auf g4 aus dem Angriff und danach hing der weiße Turm komplett. Aufgabe? Nein! Weiß dachte wohl immer noch, dass nach gxSf6 irgendein gewinnbringender Angriff folgen würde. Mal davon abgesehen, dass weiß nichts drohte, wurde ihm sein offengelegter König, der zu einem zwingenden Damentausch führte, zum Verhängnis. Jetzt Aufgabe! 4,5-3,5 Sieg! Jaaaaa und warum blieb es nun bei den 4,5, meine Partie lief doch noch, auch wenn das sogar ein paar Darmstädter zwischendurch vergessen hatten? Meine Partie war wie immer etwas chaotisch und endete für mich in einem Turm+Leichtfiguren-Endspiel mit Isolani-Zentrums-Minusfreibauern. Auch wenn das ganze ziemlich remisig aussah, schaffte ich es trotzdem noch den Freibauern zu gefährlich werden zu lassen und damit die Partie wegzustellen. Naja egal: 2 Mannschaftspunkte, Abstiegsränge erstmal verlassen, was will man mehr!

Print Friendly, PDF & Email