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Unglaubliches Ende des Mädchen-Grand-Prix

Dieses Wochenende fand in Limburg vom 13.09.2019 bis 15.09.2019 die 1. Vorrunde des Mädchen-Grand-Prix 2019/2020 statt. Insgesamt nahmen 25 Mädchen teil. Da das Teilnehmerfeld nicht sinnvoll in unterschiedliche Altersgruppen getrennt werden konnte, wurde ein gemeinsames Turnier gespielt. Am Ende wurde aber nach Altersgruppen getrennt gewertet. Juliane war mit von der Partie. Bei der Anreise hatten wir auf der A3 ca. eine halbe Stunde Stau, kamen aber dennoch halbwegs pünktlich in der Jugendherberge an. Franziska Liez hatte schon etliche Anrufe erhalten, dass Eltern im Stau stehen. Gegen 19:30 Uhr wurde dann die 1. Runde freigegeben. Juliane war an 4 gesetzt, so war das kein Problem. Am nächsten Morgen startete um 9 Uhr die 2. Runde. Auch die konnte Juliane locker gewinnen. In der 3. Runde wurde Juliane gegen die topgesetzte Frieda von Beckh mit schwarz gelost. Frieda war natürlich ein echter Brocken, bei dem Juliane die Segel streichen musste. Bei der diesjährigen DEM konnte Frieda alle ihre Weißpartien gewinnen. Umso wichtiger war die nächste Runde. Diesmal wurde Juliane gegen die an 3 gesetzte Ina Biesdorf vom SV Hofheim gelost. Ausgeschlafen und mit Zuversicht dauerte diese Partie zwar in Runde 4 am längsten, dennoch war es am Ende ein sicherer Sieg von Juliane. Die letzte Partie war dann leichter zu spielen für sie. Ihre Gegnerin leistete dabei aber auch Schützenhilfe. Sie wollte ohne ihre Dame weiterspielen. Das ergab dann ein schnelles Ende zugunsten von Juliane. Damit hatte sie 4 Punkte aus 5 Partien erreicht. Ein wirklich gutes Ergebnis. Wofür das am Ende reichen würde, wussten wir erst Stunden später. Julianes Partie war kurz vor 14 Uhr beendet. Danach liefen noch 3 Partien an den Brettern 1, 2, und 4. Wenig später endete die Partie an Brett 2 remis – zwischen Ina Biesdorf und Selina Racky. An Brett 4 stand es ziemlich ausgeglichen. Karolina Kosak versuchte zwar noch zu gewinnen, aber es gelang ihr nicht. Die Partie endete ebenfalls remis. Da war es ca. 14:30 Uhr. Nun lief nur noch die Partie zwischen Frieda von Beckh (weiß) und Clara Yumi Kanno (schwarz). Bei allerschönsten Spätsommerwetter wurden alle Eltern, Kinder und Betreuer auf eine lange Geduldsprobe gestellt. Die beiden haben doch tatsächlich noch über 2 Stunden weiter Schach gespielt. Unglaublich! Der Modus war: jeder hat 60 Minuten Zeit + 30 Sekunden pro Zug. Die allermeiste Zeit stand Clara besser. Irgendwann hatte Frieda mal Remis angeboten, Clara hatte aber abgelehnt. Clara hätte die Partie eigentlich gewinnen müssen. Sie hatte Springer, Läufer und noch 3 Bauern. Frieda nur Turm und 1 Bauer. Zum Schluss hatte Frieda nur noch den König und Clara König, Springer und Läufer. Clara hatte Probleme das Matt mit Springer und Läufer zu finden. Ist ja aber auch nicht so leicht. Dann hatte sie es gefunden, sie hätte Frieda aber erst im 51. Zug Matt setzen können. Frieda hatte rechtzeitig beim 50. Zug reklamiert: „Ist das nicht remis?“. Ja, die Regel ist so. Entweder spätestens nach 50 Zügen eine Figur schlagen oder Matt setzen. Das war so bitter für Clara. Die Enttäuschung sah man ihr deutlich an. Aber trotzdem toll, dass sie die Mattmöglichkeit gefunden hat, bei dem Stress am Brett, zumal die beiden Spielerinnen die ganze Zeit etliche Zuschauer hatten.

Nun war die Partie nach über dreieinhalb Stunden entschieden und es konnte die Siegerehrung stattfinden. Die ersten 3 jeder Altersklasse qualifizieren sich für das Finale im Folgejahr. Da Frieda als Einzige die ersten 4 Partien gewinnen konnte, sicherte sie sich mit dem Remis in der letzten Runde und 4,5 Punkten den Gesamtsieg des Turniers und damit natürlich auch den Sieg in der Altersklasse U14. Auf Platz 2 folgte Juliane mit 4 Punkten, vor 5 Spielerinnen mit 3,5 Punkten. Dritte des Gesamtturniers wurde Ina Biesdorf, die damit die Altersklasse U16 gewann. Die beste U10 Spielerin war Anna Wolf auf Platz 10.

Bei Interesse findet ihr weitere Infos auf der Seite der Hessischen Schachjugend.

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1 Kommentar zu “Unglaubliches Ende des Mädchen-Grand-Prix

  1. Maximilian Müller

    Danke für den Bericht, immer wieder schön, etwas zu lesen 🙂

    Kleiner Nachtrag: Durch das erneut klasse Turnier ist Juliane auf 1405 DWZ gesprungen. Das ist auch ein „unglaubliches Ende des Mädchen-Grand-Prix“ 🙂

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