Verein

Erinnerung an unseren Ehrenvorsitzenden Klaus Köhler

von Stefan Fischer

 

Im März 2018 ist Klaus Köhler im Alter von 80 Jahren von uns gegangen.

In den stürmischen Anfangszeiten des Schachklubs übernahm er Verantwortung und Amt, als andere Zurücktraten oder den Verein verließen. So wurde er rasch erster Vorsitzender und prägte über Jahre den Verein. Unter seiner Führung entwickelte sich ein reges Vereinsleben. Die erste Mannschaft stieg Jahr für Jahr von der Kreisklasse in die jeweils höhere Liga auf und weitere Mannschaften kamen bei stetigem Mitgliederzuwachs hinzu. Bei den Jugendlichen machten immer mehr Talente auf Starkenburg- und dann auch bald Hessenebene auf sich aufmerksam. Unzählige Stunden investierte er als Jugendbetreuer, Vereinsmanager und auch im Unterverband. Er war auch maßgeblicher Initiator des geliebten Grillfestes, welches sich seither als fester Bestandteil des Vereinslebens etabliert hat. Er stand überaus oft als Sponsor bereit für Pokale, Preise und das Grillfest. Mit Erreichen des Rentenalters legte er die Verantwortung des Vereins dann in jüngere Hände. Das Feld war bestellt und die Wurzeln der heutigen Erfolge sind nicht zuletzt in diesen Jahren zu suchen, in denen er den Verein geführt hat.

Als Schachspieler hing er dem romantischen Angriffsstil der alten Meister an. Mit wilden Opfern auf dem Brett und keinem Blick zurück. Ganz oder gar nicht war seine Devise. Bestimmt und charakterfest seine hanseatische Art.

Eine Anekdote mit Klaus bleibt mir besonders im Gedächtnis. In den ersten Jahren gaben die meisten Spieler im Verein eine Partie nicht gleich auf, nur weil sie weniger Material hatten. So auch er. Mattsetzen gehört dazu! In einer Klubmeister Partie am Vereinsabend im Peter Schöffer Haus war er ins Hintertreffen geraten und der Gegner wollte zu gerne, dass Klaus doch bald aufgab. Weit gefehlt! Der Gegner wollte ihn daraufhin ein Bisschen kitzeln und holte sich eine Dame nach der anderen und machte kleine Späße. Das gefiel Klaus gar nicht. Er saß mit großem Ernst am Brett, ohne mit der Wimper zu zucken. Dann setzte der Gegner zum entscheidenden Angriff an und machte seinen Zug. Klaus sagte ganz trocken: „Der Zug geht nicht.“ Der Gegner war verwirrt und überlegt eine Weile. Dann führte dieser einen anderen Zug aus. Darauf konterte Klaus ohne aufzuschauen:  „Der geht auch nicht.“ Der Gegner stand auf, nun völlig aus der Fassung: „Dann gebe ich halt auf!“ und ging ohne weitere Abschiedsworte. Wir versammelten uns um das Brett und fragten, warum diese Züge seiner Meinung nach nicht möglich seien. Darauf er mit größter Ruhe: „Er war ja gar nicht am Zug. Es war doch an mir zu ziehen!“. Anscheinend war der Kollege im sicheren Gefühl des bevorstehenden Sieges mit dem Aufschreiben der Züge durcheinander geraten.  Tja, so war das manchmal in den frühen Tagen des Schachklubs.               

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