Landesklasse Süd Mannschaften

Da fehlt doch noch was: Der Bericht der Zweiten vom zweiten Spieltag von Marco

Am zweiten Spieltag ging die zweite Mannschaft aus Gernsheim nach Bensheim um seiner Favoritenrolle gerecht zu werden. Mit einem 6:2 Sieg katapultierten wir uns, Dank der dritten Mannschaft die Überraschenderweise gegen Birkenau gewann, an die Tabellenspitze.

Ich parkte direkt neben dem Spiellokal in der Altstadt, da eine Schranke offen war. Na ob ich da wieder rauskomme? Die Schranke war am Ende zu. Soviel kann ich dazu schon vorwegnehmen.

Die Bensheimer kündigten an schon nächstes Jahr aufzusteigen, so machten sie uns Platz diese Saison aufzusteigen 😉

Nachdem 3 von 4 Eckbrettern als Brett 1 festgelegt wurde, konnte es dann losgehen. Statt Markus Wilke, der später als Zuschauer uns „anfeuerte“, spielte Robin in der gemeldeten Mannschaft mit. Franco und Ingo hatten die Bretter getauscht sodass Ingo an Brett 1 eine solide Eröffnung aufs Brett zauberte. Franco spielte seinen (italienischen) Stiefel, den er gut kannte, verbrauchte somit sehr wenig Zeit, um sich dann auf ein langes Endspiel einzustellen, welches leicht Vorteilhaft für ihn begann. An Brett 3 überspielte Kevin fast seinen Gegner aus der Eröffnung, verpasste aber den Vorteil und fand sich in einem verlorenen Endspiel wieder. Brett 4 hatte Uwe schwarz wtf? Wie konnte das schon wieder passieren. Achja wir haben 4 Weißspieler nebeneinander. Ich habe zwar keine Ahnung von Schach, aber irgendwie stand der Gegner vom König irgendwo in der Mitte herum und war unter Beschuss. Brett 5 spielte ich gegen den jungen Frederic Kaiser (vor paar Freitagen Yvonne zu Calvin oder Tobi, wie konntest du nur gegen ihn im Blitzen verlieren, er spielt sooo langsam). Da hatten sich zwei gefunden, denn wir beiden spielten langsam. Nach nicht ambitionierter Eröffnungswahl meinerseits wurden die schwarzen Felder um seinen König schwach was ich später auszunutzen vermachte. An Brett 6 spielte der Jens der früh einen Bauer snackte, aber immer noch hungrig war. So kostete er die volle Zeit und es mundete ihm sehr.
Markus Müller war als erstes, paar Sekunden vor Uwe, fertig.

Wahrscheinlich sollte hier schwarz f4 spielen, doch spielte stattdessen cxd4? nach Dxd4 ist schon guter Rat teuer. Die Figuren liebäugeln g7 sowie die schwäche auf e6-d5 macht die Stellung sehr verdächtig. Es folgte Lc5 De5 Df6 Dxf6 Txf6 gxf5 Txf5 Lh3! Die Stellung fällt auseinander.

Markus Müller, der Topscorer der Mannschaft ließ anschließend nichts mehr anbrennen.
Alle Fragen sich, wie hat Uwe mit „Schwachz“ gewonnen. Ich glaube Uwe führt uns an der Nase herum. Nachdem er in der ersten Runde unseren Weltmeister Tobi K. förderte, zeigte er diesmal sein wahres Können. In der Diagrammstellung ist für weiß schon einiges schief gelaufen, denn der zweitbeste Zug ist schon Kd1 um den König auf eine lange Wanderschaft vorzubereiten. Der einzige Zug der etwas zäher ist, wäre Le3 um den lästigen Springer zu vertreiben, doch das Königsproblem wird der Gegner wohl nicht mehr lösen.

Stattdessen kam Dd1 Sd3+ Ke2 Sxc1 Dxc1? f4 Ke1 Dh3 Dd1

Das genüssliche Ende nur mit Schlagzügen: Dxg2 Dxh5 fxg3 Lxh6 Txf2 Txf2 gxf2 0-1

An Brett 8 verpasste Robin gegen den stark aufspielenden Bensheimer einmal eine gute Chance:

Weiß schnibitze sich zuletzt mit Sxa7 Sxa7 Lxa7 einen Bauern. Schwarz hätte hier b6 spielen können, welches den Läufer fängt. b6! Dxd8 Lxd8 Tad1 Sc6. Weiß besitzt zwar kompensation, doch nicht komplett ausreichend. Stattdessen setzte Robin mit Dc7 auf Entwicklung und etwas Aktivität. Objektiv ist die Stellung ausgeglichen, aber der Gegner spielte fort an einwandfrei und Robin geriet ins Hintertreffen.

Es waren die letzten Sekunden vor der Zeitkontrolle: Das Ende wurde mit e5! Txb4 exf6! gxf6 axb4 Db5 Lc5 eingeläutet, paar Züge später 1-0. Kopf hoch Robin schon bald wirst du deine Gegner wieder austänzeln, das ist gewiss.

Meine Gegner spielte wie im Pfingst-Jugend-Open 2017 gegen mich Wolga-Gambit. Ihr habt richtig gehört Jugend-Open, ähm ich meinte Wolga-Gambit. Jeder weiß, dass es mehrfach widerlegt ist ;). Doch was wäre Schach ohne unambitionierten Nebenvarianten. Ich schaffte es den schwarzfelder zu tauschen und entschied mich auf die schwarzen Felder um den gegnerischen König zu spielen.

Nachdem mein Gegner seinen letzten Verteidiger mit 18….Tfc8 entfernte, war es entgültig vorbei. 19. Sg4 dxe5 20.fxe5 e6 21. Sg5! Aufgabe

Das Ende hatte ich mir etwa so ausgemalt. 21…Sxd5 22.Txf7 Sxc3 23.Sh6+ Kh8 24.Txh7#

Ingos Gegner ging bei 2.5 Restminuten noch schnell auf die Toilette, obwohl noch paar Züge zu ziehen waren. Habe letztens irgendwo gelesen, dass man sogar die Uhr anhalten darf, wenn man möchte um aufs Klo zu gehen, ob da was dran ist? Gerne in die Comments schreiben, wenn das hier überhaupt jemand liest, hoffe ja es ist außer mir niemand 😉
Naja zurück zu Ingo, der seine Zeit besser einteilte, nutze das nicht fies aus, sondern nutze die Stellungsüberlegenheit in dem er eine kleine Kombination fand und die Partie mit einem Figurengewinn beendete

Die letzten Züge waren 23. Sd5 Dg5
24.Df3+ (Df1+!) Kg7 25.Df7+ mit Figurengewinn. Doch wieso ist Df3+ schlechter als Df1. Naja eigentlich hat es keiner bemerkt, bis Ingo es mir 1-2 Wochen später selbst verriet. Nach Df3+ gibt es den schockierenden Zug Df5! Es ist zwar immernoch gewonnen (Sf4 oder De2), doch in der Variante mit 24. Df1+ wäre das kein ernstzunehmender Zug, da der Turm/die Grundreihe von der Dame gedeckt ist und problemlos mit dem Läufer auf f5 genommen werden kann.

Franco und sein Gegner folgten lange Zeit Partien von starken Spielern (u.a. dem jungen GM Robin van Kampen). Erst im 25. Zug gab es eine Neuerung, die in ein anfangs remisliches Bauernendspiel führt.

25.c3 dxc3 26.Lxc3 Lxc3 27. Kxc3

In diesem Bauernendspiel kann weiß leichter fehlgreifen, was er später auch tat. Franco lies leider die sehr lange und studienhafte Variante aus. Die Partie war ansonsten auf einem qualitativ hohem Niveau, ohne eine Chance für weiß auf Gewinn zu spielen. Ich denke das sagt schon einiges aus und bin weiterhin gespannt, wie er uns schachlich weiterhin beeindrucken wird.

Über Kevins Partie könnte man eigentlich einen eigenen Bericht schreiben. Zuerst überspielte er seinen Gegner fast aus der Eröffnung heraus, anschließend nahm Kevin eine Figur nicht wieder und der Gegner rettete sie nicht. Heraus kam irgendwann eine scharfe Stellung:

Zuletzt spielte Kevin Lg3-f2. Es folgte das starke Lh6 Txg4 Lxe3 41.Th4?! Kevin immer noch optimistisch auf Gewinn spielend. Notwendig wäre es wahrscheinlich in ein Remisendspiel zum Beispiel mit 41.Tg2! Lxg2 Kxg2 Lg5 abzuwickeln. Nachdem Kevin ins schlechtere Endspiel ging und fast jeder ihn auf verlorenem Posten sah, fand er noch eine hübsche Verteidigungsresource. Im Diagramm war der letzte gewinnbringende Zug Kc4!

Doch es folgte Lc1+ Kd3 Ld2 Te7! a5 Tf7 f4 Tf5 + Kc6

Und a4! mit Festung! Starkes Comeback nach kurzeitiger Verluststellung.

Nur noch der Schamane Jens war am Spielen. Er gewann früh einen Bauern und chillte dann erstmal in seiner Base. Der letzte Zug war von weiß h4. Na wie gewinnt man einen Bauern?

Röööchtig! Sb6 Tc5 Lb4! Ld1 Txd4 Sxd4 Lxc5

Nach langem Leiden allerseits bescherte Jens Willpower ihm am Ende den Sieg.

…Kd6 Kd4 Sf6 Lf7 Sd5 0-1

Am Ende galt es noch mit dem Auto wieder weg zu kommen. Ich fand eine kleine Fußgängergasse und konnte im Jason Bourne-style aus der Altstadt entkommen. Zur Krönung celebrierten Jens und ich in einem hochwertigen amerikanischen Restaurant auf Empfehlung von Frank Rosenberger.
Wir sind froh, dass die dritte Mannschaft uns von Verfolgern verschont. Wer weiß vielleicht war das erste Spiel schon entscheidend gewesen? Jetzt müssen wir weiterhin so gut spielen, nicht dass wir noch von der dritten Mannschaft überholt werden 😉

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