Bezirksklasse

4. Mannschaft verpasst den Aufstieg zu Saisonende knapp

Zum letzten Spieltag der Saison hatten gleich vier Teams in der Bezirksklasse die Möglichkeit, in die Starkenburgliga aufzusteigen. Mit von der Partie war unsere 4. Mannschaft, die bei Ober-Ramstadt I, ebenfalls Aufstiegskandidat, zu Gast war. Die Aufgabenstellung konnte verständlicher nicht sein: ein Sieg im Mannschaftskampf führt zum Aufstieg – alles andere eben nicht.

Für Ober-Ramstadt wäre ein Unentschieden ausreichend, um den Aufstieg perfekt zu machen. Dass der letzte Spieltag tatsächlich jedem wichtig war, zeigte sich an der rechtzeitigen Abfahrt aus Gernsheim mit gerade einmal 5 (in Worten: fünf!) Minuten Verspätung – ein absolutes Novum für‘s Team. Nachdem sich die Gäste es auf den Plätzen als Aussenseiter (nominell schwächer an Brettern 1-7) eingerichtet haben, gingen die Kämpfe auch schon los.

Nach ungefähr acht Zügen auf dem Brett, wagte ich es mal einen Blick nach rechts auf Calvins Stellung zu werfen. Gewöhnlicherweise gab es bei ihm die gesamte Saison über interessante und, für meine Verhältnisse, sehr chaotische Stellungen zu begutachten. Auch diesmal hat sich der Blick gelohnt:  weshalb auch immer hatte Calvin im Mittelspiel einen weißen Bauern auf f7?! Der Gegner  schien auch nicht mehr recht Herr der Lage zu sein und eine knappe halbe Stunde später entnahm ich seinem „Oh, das hab ich nicht gesehen“, dass Calvin wieder einmal zugeschlagen hatte: 0:1 für Gernsheim!

Recht kurz danach gab es die nächsten Beglückwünschungen und Tobi war ebenfalls erfolgreich: 0:2. Leider geriet Daniel S. etwas unter Zeitnot und musste sich mit einer komplizierten Stellung und Raumnachteil geschlagen geben. Angesichts des starken Gegners (>1900 DWZ) ist dies jedoch wahrlich keine Schande: 1:2.

Ungefähr vier Stunden nach Spielbeginn und bei 30 Zügen spitzte es sich nun an meinem Brett zu. Nach einem eher gemütlichen Anfang im abgelehnten Königsgambit mit schwarz hatte ich im Endspiel einen isolierten Freibauern auf der E-Linie mehr bei zusätzlich mehreren Bauern für beide Seiten auf den Flügeln. Die Stellung war gewonnen – aufgrund von Ungenauigkeiten langte es aber leider nur für ein Remis: 1,5:2,5.

Paddy musste sich nach einem ebenfalls ziemlich komplizierten Endspiel geschlagen geben, sodass nun mehr Zeit für‘s Kiebitzen an den anderen Brettern blieb: 2,5:2,5. Yvonne hatte es an Brett 1 sichtlich nicht einfach und mit einer klaren Figur weniger musste sie sich ebenfalls geschlagen geben. Nach einem letzten, kreativen aber leider erfolglosen, Trick, den Gegner in ein Patt zu locken, stand es 3,5:2,5.

Die verbleibenden Partien von Anne und Daniel W. mussten also gewonnen werden um den Aufstieg noch zu retten. Anne zeigte dabei eine hervorragende Leistung und entschied eine lange und spannende Partie für sich. Nach einem Turmopfer im Mittelspiel kam sie zu einem dynamischen Spiel. Aufgrund eines Patzers des Gegners konnte sie einen entscheidenden Vorteil herausspielen und kam so in ein Turm vs. Turm Endspiel mit zwei verbundenen Freibauern (sonst keine Bauern mehr). Der Rest der Partie war reine Formsache und wurde stark zu Ende gespielt: 3,5:3,5.

Letztendlich hing alles an Daniel W. und der letzten Partie an Brett 7. Nach langem und geduldigen Spiel von Daniel einigte er sich schließlich auf ein Remis. Das gesamte Team war sich darüber einig, dass aus der Stellung nicht mehr herauszuholen sei und so ging das Remis absolut in Ordnung: 4:4.

Auch wenn der verpasste Aufstieg zunächst traurig stimmt, hat die vierte Mannschaft dennoch eine starke Saison gespielt und konnte sich mit Platz 3 als Neuaufsteiger behaupten. Vor allem die Aufholjagd mit sechs Siegen in Folge nach drei Niederlagen in den ersten drei Runden gibt Hoffnung für die nächste Saison.

Abschließend noch ein großer Dank an Mannschaftsführerin Anne für die Organisation der Spieltage.

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